Mehr als 150 Pilgerinnen und Pilger hatten sich am Samstag, 21. April 2018, in Oberhausen-Schmachtendorf bei strahlendem Sonnenschein zum Pilgern eingefunden. Eingeladen hatte die Nachbarschaft der Religionen, die sich regelmäßig in Schmachtendorf zu gemeinsamen Aktionen trifft.
Zu dieser religiösen Nachbarschaftsinitiative gehören die fünf christlichen Gemeinden der Katholischen Kirchen St. Theresia und St. Josef, der Evangelischen Kirche Königshardt/Schmachtendorf, der Apostolischen Gemeinde, der Neuapostolischen Kirche Schmachtendorf und der Muslimischen Gemeinde Aksemseddin.
Erstmalig luden die religiösen Nachbarn an diesem Samstag zum Pilgerwandern rund um Schmachtendorf ein. Fünf Gemeinden wurden entlang der Pilgerstrecke besucht. Jede Gemeinde begrüßte die Pilger mit einem kurzen Impuls in ihren Räumen. Zur Erinnerung überreichten die Organisatoren an jeder Kirchenstation eine bunte Perle in der Symbolfarbe der jeweiligen Kirchengemeinde.
Start in St. Josef
Pünktlich um 14 Uhr begrüßte Pastor Hans-Werner Hegh die Teilnehmer und einige Gäste aus der kommunalen Politik in der gut gefüllten Kirche. Mechthild Tinten erläuterte die in allen Religionen historisch tief verwurzelten Hintergründe des Pilgerns. Mit dem gesungenen irischen Segenswunsch und der Aufforderung, die am Kirchenportal gereichte Brezel mit einem Mitpilger zu teilen, ging es auf die erste Wegstrecke zur Apostolischen Gemeinde an der Schmachtendorfer Straße. Auch an Gehbehinderte war gedacht: Wer nicht gut zu Fuß war, konnte im begleitenden Planwagen Platz nehmen.
Zweite Pilgerstation - Apostolische Gemeinde
Schon rund 700 Meter von der Katholischen Kirche entfernt gab es den zweiten Stopp. In der Apostolischen Gemeinde reichte das Platzangebot im Kirchenraum nicht aus, um allen eine Sitzmöglichkeit anbieten zu können. Macht nichts, auch im Stehen verfolgten die Teilnehmer interessiert die Ausführungen des Gemeindevorstehers Otmar van Meegen über Abrahams Pilgerschaft, die dieser auf Geheiß Gottes antrat. Alle zusammen sangen das Lied "Geh, Abram, geh ....".
Dritte Pilgerstation - Muslimische Gemeinde
Weiter ging es ganz in die Nähe des Holtener Bahnhofes. Auf der Emmericher Straße treffen sich die muslimischen Mitbürger zum täglichen Gebet und zur Gemeinschaft im Glauben in der Aksemdeddin Moschee. Entsprechend der muslimischen Tradition zogen alle Pilgerinnen und Pilger vor dem Betreten der Moschee ihre Schuhe aus. Iman Harrem Özkaysa sang aus dem Koran eine Sure über das Pilgern und eine junge Muslimin stellte den Besuchern die Pilgerpflicht im muslimischen Glauben vor. Besonders bedeutend für den Muslimen ist das Pilgern nach Mekka. Auch im muslimischen Glauben ist Abraham eine bedeutende Persönlichkeit. Von seinem Sohn Ismael soll der Prophet Mohammed abstammen. Alle Besucher erhielten zum Abschluss eine Dattel und einen Schluck heiligen Pilgerwassers "Zemzem" aus Mekka.
Vierte Pilgerstation - Evangelische Kirche
Es folgte die längste Strecke. Das Gebiet der "Hühnerheide" wurde im lebhaften Gespräch durchquert. Nach knapp zwei Kilometern erreichte der lange Pilgerzug die Evangelische Kirche an der Kempkenstraße. Die Gruppe wurde vom Posaunenchor der Gemeinde musikalisch begrüßt. In einer kurzen Begrüßung wies Pfarrer Thomas Levin darauf hin, dass wir uns in Zeiten der Kirchenschließungen bewusst machen wollen, dass Glauben nicht an einen festen Gotteshausstandort gebunden ist, sondern nach der Bibel eher das Pilgern zu den Ursprüngen des Glaubens gehört. Jeder religiöse Mensch befindet sich schlussendlich während des gesamten Lebens auf einem Weg. Dass auf diesem Weg Erfahrungen mit Gott möglich sind, schildert die Begegnung der Emmausjünger mit dem Auferstandenen.
Fünfte Pilgerstation - Neuapostolische Kirche
Schließlich wurde zurück zur Dorfmitte weitergepilgert. An der Neuapostolischen Kirche am kleinen Markt endete die Pilgertour. Der Gemeindevorsteher Jens Wojtusch bedankte sich bei den Teilnehmern und gab ihnen mit auf den Weg, dass unser irdisches Leben ein ewiges Ziel hat: Pilgern nach Zion. Er zitierte Liedverse von Isaak Watts, in denen es im Refrain heißt: Wir pilgern nach Zion; herrliches, liebliches Zion! Ja himmelwärts geht es nach Zion, der herrlichen, lieblichen Stadt.
Nach einem abschließenden gemeinsamen Gebet waren alle noch zum Grillen in den Kirchengarten eingeladen. Gegen den Durst wurde "Pilgerbier" aus Paderborn gereicht.
Fazit: Super Wetter, super Truppe - hat viel Spaß gemacht!
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