Am Mittwoch besuchte Rainer Storck, Bezirksapostel und Kirchenpräsident der Gebietskirche Westdeutschland, die Gemeinde in Oberhausen-Sterkrade. Mit eingeladen waren auch die weiteren drei Gemeinden aus Oberhausen und drei Gemeinden aus Bottrop. Der Gottesdienst mit den zwei Schwerpunkten Weltfriedenstag und Abraham wurde dafür zusätzlich per IPTV in den Veranstaltungssaal der nahe gelegenen Quartierseinrichtung "Gute Hoffnung" übertragen.
Weltfriedenstag
Seit 1981 findet nach einer UN-Resolution alljährlich am 21. September der "Internationale Tag des Friedens" statt. Im Bemühen um Frieden ruft auch der Ökumenische Rat der Kirchen in jedem Jahr dazu auf, diesen Tag zu einem Tag des Gebetes für den Frieden zu machen. In diesem Jahr erlangt dieser Tag in Deutschland besondere öffentliche Aufmerksamkeit, weil landesweit alle Kirchenglocken gleichzeitig ab 18 Uhr für fünfzehn Minuten als Friedensglocken läuten sollen. In vielen Kirchen wird zudem zu Friedensgebeten eingeladen.
Auch die Neuapostolische Kirche unterstützt, zusammen mit vielen Kirchen und Friedensinitiativen, diese Bewegung. Deshalb wird in allen Gemeinden im terminlich zum Weltfriedenstag nahen Gottesdienst ein besonderes Gebet für den Frieden gesprochen. Vorlaufend auf dieses Friedensgebet stellte der Kirchenpräsident die verschiedenen Ebenen, auf denen Friede als hohes Gut immer erstrebenswert ist, vor.
Friede ernährt, Unfriede verzehrt
Friede ernährt, Unfriede verzehrt - mit diesem Sprichwort wies er darauf hin, dass überall dort, wo Friede vorhanden ist, fruchtbare Entwicklungen möglich werden: "Das haben wir hier in Europa erleben dürfen". Aus dem seit mehreren Generationen bewahrten nachbarlichen Völkerfrieden entwickelte sich eine Blütezeit für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Und für die Menschen Wohlempfinden und Wohlstand.
"Aber" - so Rainer Storck - "umso mehr wollen wir der Länder und Völker gedenken, wo der Friede gestört oder gar zerstört ist."
Friede soll aber auch persönlich und in den persönlichen Bereichen wie Ehe und Familie, im Nachbarschafts- und Arbeitsbereich, in Gemeinschaften aller Art gesucht und erhalten werden.
Annehmen - Loslassen
Er stellte den Gläubigen die Frage: "Was kann ich denn persönlich für den Frieden tun?“Dazu gab der Bezirksapostel zwei praktische Empfehlungen.
Annehmen: Nimm den Nächsten, den Anderen so an, wie er ist - mit seiner Meinung, seiner Lebensart, seinem sozialen Hintergrund und seinen Eigenschaften.
Loslassen: Viele Beziehungen leiden unter "Altlasten". "Das, was vor Jahren mal vorgefallen ist, das kocht immer wieder hoch. Loslassen - sonst kann kein Friede zwischen den Beteiligten entstehen".
Friedensgebet
Im gemeinsamen Gebet für den Frieden fand der Bezirksapostel bewegende Worte der Dankbarkeit für erlebten Frieden und der Bitte um Frieden unter den Völkern ebenso wie in den persönlichen Lebensbereichen.
Gottes Versprechen - menschliche Enttäuschungen
Im eigentlichen Predigtteil des Gottesdienstes führte Bezirksapostel Storck in die Zeit Abrams. Grundlage bildete der Bibeltext aus 1. Mose 12, 1.2:
„Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen und du sollst ein Segen sein.“
Gott gibt Abram große Versprechen. Abram glaubt Gott und macht sich voller großer Hoffnungen auf den Weg. Was er aber erlebt ist eine völlig abwegige Realität. Statt Gottes Versorgung und Zuwendung muss er aus Not nach Ägypten auswandern und dann noch um sein Leben bangen. Nach vielen Enttäuschungen schenkt Gott ihm schließlich seinen Sohn. Endlich scheint alles gut zu werden. Aber dann fordert Gott ihn auf, Isaak zu opfern.
"Was hat denn letztendlich dazu geführt, dass Gott doch alles so kommen lässt, wie er es Abram versprochen hat?“ - fragte der Bezirksapostel. " Ich persönlich glaube, dass es die Kraft gewesen ist, die Abram trotz aller Enttäuschungen aufgebracht hätte, um selbst diese Erwartung Gottes zu erfüllen".
Dran bleiben - dabei bleiben
"Wir können aus dem Erleben Abrams Parallelen für unsere Zeit ziehen. Gott hat erwählt und stellt uns das Friedensreich hier und das Himmelreich dort in Aussicht, wenn auch wir uns aufmachen und manches verlassen, wozu Gott uns auffordert. Wir tun das, aber auch bei uns sieht die erlebte Realität oft ganz anders aus", so führte er fort. "Aber der entscheidende Punkt ist, wie bei Abram, nicht aufzugeben. Dran zu bleiben, dabei zu bleiben", so resümierte Bezirksapostel Storck den Kerngedanken des Gottesdienstes. Und der gelte für jeden persönlich und für die Kirche als Ganzes.
Gerne nahm er nach dem Gottesdienst noch Gelegenheit, viele Bekannte aus den Gemeinden persönlich zu begrüßen. Als zuständiger Apostel hat er unter anderem ab Mai 2010 über fast vier Jahre auch den Kirchenbezirk Ruhr-Emscher geführt.
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