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Trauerfeier für eine außergewöhnliche Glaubens- und Lebenspersönlichkeit

 

Semper idem - immer derselbe. So steht es im Status von Evangelist Klaus Brüggemann in einem Messenger-Portal. Am Samstag, dem 3. August 2019, ist er im Alter von 63 Jahren verstorben - viel zu früh. Um ihn trauern seine Ehefrau und zwei Kinder, Familie, Freunde, Kollegen, seine Gemeinde, für die er 33 Jahre Gemeindevorsteher war und viele, die ihn kannten und sehr ins Herz geschlossen hatten. Obwohl er Ecken und Kanten hatte, war es einer großen Trauergemeinde ein Bedürfnis, sich von ihm im Rahmen seiner Trauerfeier am Freitag, dem 9. August in seiner Kirche Oberhausen-Mitte an der Tannenbergstraße zu verabschieden.

"Ich befehle meinen Geist in deine Hände"

Apostel Thorsten Zisowski, der für die Trauerfeier den Bibelvers aus Lukas 23, 46 "Ich befehle meinen Geist in deine Hände" wählte, begrüßte die Trauergemeinde mit dem Wunsch, dass Gott nun Trost wirken möge, damit die Gemeinde nicht in der Traurigkeit verbleibe.

Er verwies auf die Emmausjünger, die verbittert und ratlos unterwegs waren, als Jesus sich unerkannt zu ihnen gesellte und begleitete. "Was verhandelt ihr da miteinander auf dem Weg?" - fragte er sie.

"Uns geht es heute genauso", so der Apostel. "Seit sich bei Klaus Brüggemann herausstellte, das geht jetzt nicht mehr weiter, ergeht es uns wie den Emmausjüngern. Was haben wir mit Gott verhandelt? Gott, warum das jetzt? Der wird doch noch gebraucht." In den Evangelien heißt es, da blieben sie stehen und waren sehr traurig.

Aber die Geschichte ist nicht zu Ende. Jesus ging einige Zeit mit und sprach zu ihnen so, dass sie hernach feststellten "Brannte nicht unser Herz?".

Das gilt jetzt uns, forderte der Apostel auf. "Jetzt geh mal ein paar Schritte mit Jesus, gerade jetzt; du darfst nicht stehen bleiben in der jetzigen Traurigkeit und Resignation, damit eine trostvolle und zuversichtliche Veränderung eintreten kann. Es gibt keine Traurigkeit für die Gott keinen Trost, keine Unruhe, für die er keinen Frieden hätte.“

Klaus Brüggemann: semper idem – immer derselbe

Auf einem Kondolenzbriefchen hatte die Gemeinde ihren Vorsteher mit vielen seiner besonderen Eigenschaften beschrieben:

Fels in der Brandung - wahrer Evangelist - mein Vorsteher - exzellenter Prediger - Worterklärer - seiner Zeit voraus - felsenfester Glaube - konnte in Bildern predigen - Motivator - liebevoll - konsequent - Feingeist - kein Fähnchen im Wind - absolut verlässlich - ein Mann der klaren Worte - harte Schale, butterweicher Kern - kirchlich revolutionär - für manches dogmatische Denken hatte er nur ein Lächeln u. a.

"Manches klingt widersprüchlich", so Apostel Zisowski, "aber er hatte die Gabe alles miteinander zu vereinen."

"Wie schön ist es, wenn die Gemeinde auch nach rund 2.700 Gottesdiensten immer noch sagt: Toll, dass unser Vorsteher am Altar steht und den Gottesdienst hält.".

Alles hat seine Zeit

Sein Sohn hatte den Evangelisten, der auch viele innerhalb der Gemeinde mit seiner ganzen Liebe in Trauer begleitet hat, gefragt: "Wie tröstet du in solchen Situationen?". "Ich sage ihnen, dass ihre Zeit gekommen war", so Klaus Brüggemann. Apostel Zisowski griff diesen Hinweis „Alles hat seine Zeit“, den die Familie auch für die Trauerkarte gewählt hatte auf und sagte: "Klaus, deine Zeit war gekommen. Du hast es angenommen. Und die Worte für diese Trauerfeier könnten deine Worte sein: Ich befehle meinen Geist in deine Hände."

9. August 2019
Text: H. Manthey
Fotos: Lars Kalke

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