„Wünsche an Jesus“ – so lautetet das Thema des Jugendauftaktgottesdienstes am 21. Januar in Bottrop-Mitte. Über 200 gläubige Christen kamen aus den drei Bezirken Niederrhein, Ruhr-Mitte und Ruhr-West zusammen, um den Gottesdienst mit Bischof Jürgen Kramer zu erleben.
Das Bibelwort, das dem Gottesdienst zur Grundlage diente, steht in Matthäus 20,32: „Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll?“
Zu Beginn las Justus Meybohm aus Matthäus 20,29-34 die Geschichte, die hinter dem Bibelwort steckt, vor. Jesus begegnete auf dem Weg nach Jerusalem zwei blinden Menschen am Wegrand, die ihn riefen. Er hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Wunder getan und man sagte ihm nach, er würde alle gesund machen. Deshalb folgten ihm viele Menschen.
Jesus war berührt von dem Leid der Blinden, aber auch von ihrem Vertrauen ihm gegenüber. Er fragte sie, was er für sie tun soll und heilte sie auf ihren Wunsch hin.
Bischof Kramer teilte seinen Predigtteil in die fünf W-Fragen, die zum Beispiel aus journalistischen Berufen bekannt sind.
Wer ist Thema? Um wen geht es?
Der Bischof erläuterte, dass es an diesem Morgen um Jesus, den Sohn Gottes, geht und das in jedem Gottesdienst ein Gespräch stattfindet. Jesus ist ein Teil dieses Gesprächs, die Christen der andere Teil.
Was sind die Bitten und Wünsche?
Im Gespräch mit Jesus haben alle Gläubigen die Möglichkeit, Jesus die persönlichen Wünsche zu nennen. So wie Jesus auch von den Blinden wollte, dass sie ihm ihre Wünsche vortragen, erwartet er das von allen.
Der Bischof gab zu, dass man den Gedanken bekommen könnte, dass Jesus alle Wünsche und Bitten sieht, und man deshalb nicht mit ihm ins Gespräch kommen müsste. Dennoch soll sich jeder darauf besinnen, eigene Bitten zu formulieren, um sich der wichtigen Dinge bewusst zu sein. Das sei der göttliche Wille.
Im Folgenden sprach der Dienstleiter eine besondere Aktion an, die im Vorfeld zu dem Jugendgottesdienst geplant wurde. Alle Anwesenden wurden gebeten, ihre Wünsche an Jesus auf einem Zettel zu notieren und diesen in eine Schale zu legen, welche den Gottesdienst über auf dem Altar Platz fand. Er ging auf mögliche Wünsche, wie Gesundheit oder Frieden, ein.
„Sag es Jesus! Dort, wo es dich bedrängt, da berührt es auch den Herrn“, ermutigte er die Jugendlichen, ihre Bitten zu formulieren.
Wie spricht man mit Gott?
Manch einer fragt sich vielleicht: „Ist Gott heute weiter weg als früher? Nicht mehr so wirkmächtig?“ Bischof Kramer gab allen mit Jesaja 59,1.2 und Markus 11,24 zwei Bibelstellen mit.
Sie sollen verdeutlichen, dass Gott weiterhin da ist und hilft, wenn man ihn bittet. Im Gebet soll mit Gott gesprochen werden, als hätte man bereits empfangen, worum man bittet, in Jesu Namen und mit der Gewissheit, dass geholfen wird.
Wann und wo soll gebetet werden?
Der Bischof erklärte, dass man zum Beispiel in einem Gottesdienst ins Gespräch mit Gott kommen kann, aber auch überall sonst, wo man es braucht. Zum Beispiel in einer Notsituation.
Manchmal gibt es Tage, da geht es einem schlecht, und man formuliert mehr Bitten. An anderen Tagen, wenn es einem gut geht, spricht man mehr Dank aus. „In der Not, sag es ihm einfach, jederzeit“, ermutigte der Bischof die Jugendlichen.
Warum hilft Jesus?
In seiner Co-Predigt ergänzte Priester Uwe Kalke aus dem Bezirk Niederrhein die W-Frage Warum: Warum darf man zu Jesus kommen? Warum hilft er? „Er hat dich lieb“, lautete die Antwort.
„Ich wünsche uns allen, dass wir den Wunsch haben, dass Jesus uns trägt, wenn es uns nicht gut geht“, so der Priester. „Jesus hat dich lieb und ist jederzeit für dich da.“
Priester Jens Wojtusch, Bezirksvorsteher von Ruhr-West, unterstrich die Predigtaussagen und bereitete die Anwesenden auf die Feier des Heiligen Abendmahls vor.
Aktivitäten nach dem Gottesdienst
Im Anschluss an den Gottesdienst konnte jeder einen Zettel aus der Wunschschale ziehen. Die Aufgabe war, in der kommenden Zeit insbesondere für den notierten Wunsch zu beten.
Die Jugendlichen blieben noch zusammen. Im Gemeinschaftsraum war Currywurst vorbereitet worden.
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