Am Sonntag, den 25. Juni erlebte die Gemeinde Duisburg-Neumühl den letzten Gottesdienst in der Kirche in Duisburg-Neumühl. Fast einhundert Jahre hatte dieses Gebäude als Gotteshaus gedient, nun wurde die Kirche profaniert.
Apostel Thorsten Zisowski leitete den Gottesdienst, an dem die Mitglieder der Gemeinden Neumühl und Walsum teilnahmen. Das Bibelwort für diesen Gottesdienst war aus Matthäus 28,18: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“
Apostel Zisowski sagte zu Beginn, dass es ein denkwürdiger Tag für die Gemeinde ist. Er ging auf einige Punkte der Gemeindechronik ein: Sie wurde 1925 auf der Barabarastraße 95 gebaut. Es gab Zeiten, in denen über einhundert Christen jährlich das Sakrament der Heiligen Versiegelung empfingen.
Nun sollte es an diesem 25. Juni 2023 der letzte Gottesdienst an diesem Ort sein. Aber dennoch, so Apostel Zisowski, soll dies kein Trauertag sein, aber Emotionen dürfen natürlich zugelassen werden.
In Vorbereitung auf den Entschlafenengottesdienst berichtete er aus seinem persönlichen Erleben: Vor einiger Zeit klingelte ein älteres Ehepaar an einem Sonntagmittag an seiner Haustüre. Sie baten darum, das Haus ansehen zu dürfen, da sie hier vor vielen Jahren einmal gewohnt hatten. Begeisterung über diesen Wunsch kam nicht auf, aber der Apostel gewährte den Wunsch.
Kurze Zeit später erfuhr er, dass dieses Ehepaar verstorben war, und er sagte sich: „Du hattest ihnen schon einmal die Türe geöffnet und nun kannst du es wieder tun.“ Wir, und damit meinte er nicht nur die Gottesdienstteilnehmer, wollen den Seelen in der Ewigkeit durch unsere Gebete die Türen öffnen.
Gemeindevorsteher Priester Klaus Guderjahn ging in seinem Predigtbeitrag auf das Lied der Sänger „Kommt herzu erlöste Seelen“ ein. Diese Einladung galt viele tausend Mal für dieses Gotteshaus und es diente denen, die Erlösung in Christus suchten, zum Segen.
Auf das Leitwort bezogen sagte er: „Wir dürfen zu dem beten, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden und der wird auch dafür sorgen, dass jeder eine neue Gemeinde finden kann, in der man sich wohl fühlt.“
Bezirksevangelist Thomas Cittrich bezog sich in seiner Co-Predigt auf ein Wort, das Bezirksapostel Rainer Storck kürzlich in einem Gottesdienst verwendete: „Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt werden, wer sich selbst erniedrigt wird erhöht werden.“
Wenn jemand einen anderen meidet und ihn ablehnt, der stellt sich über ihn und erhöht sich damit selbst. „Lasst uns nicht so handeln“, so Bezirksevangelist Cittrich, „und uns nicht über Glaubensschwester und -bruder stellen, sondern einander dienen.“
In diesem Gottesdienst wurde auch das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet. Der kleine Til Felix Kühn empfing die Gabe des Heiligen Geistes. Dies war die letzte Segenshandlung in dieser Kirche.
Vor der Profanierung der Gemeinde Neumühl erfolgte eine Änderung: Die Gemeinde Walsum wurde in Duisburg-Nord umbenannt. Viele Glaubensgeschwister aus der Gemeinde Duisburg-Neumühl werden zukünftig zur neuen Gemeinde Duisburg-Nord gehören und dort die Gottesdienste besuchen.
Apostel Zisowski dankte allen Amtsträgern aus Duisburg-Neumühl für Liebe und Mitarbeit in der Gemeinde. Er bestätigte die Amtsträger aus der Gemeinde Duisburg-Neumühl für ihre neuen Gemeinden.
Der ehemalige Vorsteher von Neumühl, Priester Klaus Guderjahn, wechselt in die Gemeinde Duisburg-West. Priester Jörg Rauh wechselt in die Gemeinde Duisburg-Wanheim.
Zur Gemeinde Duisburg-Nord wechseln die Priester Rainer Müller, Sven Lemke, Immanuel Laforce und Diakon Jürgen Fünders.
Die Amtsträger der vorherigen Gemeinde Duisburg-Walsum wurden in ihren Amtsaufträgen für die neue Gemeinde Duisburg-Nord bestätigt.
Vor dem Ende des Gottesdienstes und dem Schlussgebet las Vorsteher Guderjahn noch einmal eine Kurzfassung der Gemeinde Chronik vor. Danach erfolgte die Profanierung des Kirchengebäudes.
Im Anschluss an den Gottesdienst verweilten die Glaubensgeschwister bei einem Imbissbuffet noch eine Weile gemeinsam, bevor sie das ehemalige Gotteshaus verließen.
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