Den letzten Kindergottesdienst vor den Sommerferien gestaltete Priester Immanuel Laforce anhand eines Bibelwortes aus Matthäus 6,10: „Dein Reich komme!“
Zu Beginn fragte er die Kinder, ob ihnen diese Worte bekannt vorkämen. Schnell erkannten sie, dass es sich um einen Teil des Gebets handelt, das Jesus selbst gelehrt hat – das „Unser Vater“.
Priester Laforce erklärte, dass mit dieser Bitte nicht nur die Sehnsucht nach der Wiederkunft Jesu Christi ausgedrückt wird. Gleichzeitig bitten wir darum, dass Gottes Reich bereits heute in unserem Umfeld sichtbar und erfahrbar wird. Daraus erwächst für jeden Christen eine besondere Aufgabe.
Wie stellst du dir das Reich Gottes vor?
Im Kirchenschiff waren an verschiedenen Stellen Bilder aufgehängt: spielende und streitende Kinder, idyllische Seen- und Gebirgslandschaften sowie Motive von Gewittern und Winterlandschaften. Priester Laforce lud die Kinder ein, sich die Bilder genau anzusehen und sich anschließend zu dem Bild zu stellen, das ihrer Vorstellung vom Reich Gottes am ehesten entsprach.
Die meisten Kinder entschieden sich für die Bilder mit den spielenden Kindern, einige wählten die friedlichen Landschaften. Aus ihren Begründungen wurde deutlich, dass sie das Reich Gottes vor allem mit Frieden, Freude und Harmonie verbinden.
Friedfertig sein oder Frieden stiften?
Anschließend griff Priester Laforce die Seligpreisungen aus der Bergpredigt auf. In der Lutherübersetzung von 1984 heißt es in Matthäus 5,9: „Selig sind die Friedfertigen …“, in der aktuellen Übersetzung von 2017: „Selig sind, die Frieden stiften …“
Er erklärte den Kindern den Unterschied: Friedfertigkeit beschreibt eher eine passive Haltung, während Frieden stiften aktives Handeln bedeutet. So wie Streitschlichter in der Schule bei Konflikten eingreifen und zur Versöhnung beitragen, sind auch Christen aufgerufen, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. Dadurch kann das Reich Gottes bereits heute in unserem Alltag erfahrbar werden.
Mein Reich – meine Regeln
In einem weiteren Predigtbeitrag ging Priester Michael Engemann auf den Begriff „Reich“ ein. So wie wir manchmal unser eigenes Zimmer als „mein Reich“ bezeichnen – einen Bereich, in dem wir selbst bestimmen –, ist das Reich Gottes der Herrschaftsbereich Gottes, in dem seine Maßstäbe und Regeln gelten.
Welche Regeln das sind, erfahren wir unter anderem im Gottesdienst und aus dem Evangelium. Wenn wir Gottes Gebote in unserem Alltag leben und anwenden, wird sein Reich schon heute ein Stück weit sichtbar. Dazu gehört insbesondere, aktiv Frieden zu stiften und den Mitmenschen in Liebe zu begegnen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem traditionellen „Happy Birthday“ für die Geburtstagskinder ging es nach einer kleinen Stärkung in den letzten Unterricht vor den Sommerferien.
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