Unter dem Gedanken „Alles hat seine Zeit“ stand der Kindergottesdienst am 11. Oktober 2026. Grundlage waren die Worte Jesu aus Lukas 10,41–42, in denen Jesus zu Martha sagt, dass sie sich um vieles sorgt und bemüht, während Maria das gute Teil erwählt hat.
Nach dem fröhlichen Eingangslied „Ein Gärtner geht im Garten“ und der Begrüßung durch den Dienstleiter Riccardo Schulte ging es direkt um eine Frage aus dem Alltag: Welche Dinge müssen oder sollten wir eigentlich jeden Tag tun?
Die Kinder sammelten fleißig Beispiele: Zähne putzen, aufstehen, essen und trinken, beten, zur Schule gehen, schlafen und Hausaufgaben machen.
Anschließend wurde gemeinsam überlegt: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt dafür?
Zähne putzt man morgens und abends, gegessen wird zu den Mahlzeiten, zur Schule geht man morgens, Hausaufgaben werden nach der Schule gemacht und geschlafen wird nachts.
Beim Beten gibt es dagegen keinen einzigen festen Zeitpunkt – man kann sich morgens, abends und auch zwischendurch im Gebet an Gott wenden.
Besonders lustig wurde es, als die Zeiten vertauscht wurden. Plötzlich sollte man beispielsweise nachts Zähne putzen, abends aufstehen oder morgens, mittags und abends Hausaufgaben machen.
Das sorgte für einige Schmunzler und machte deutlich: Es reicht nicht, etwas einfach nur zu tun. Es kommt auch darauf an, es zur richtigen Zeit zu tun.
Maria und Martha – was ist gerade wichtig?
Anschließend führte der Gottesdienst zur biblischen Geschichte von Maria und Martha, den Schwestern des Lazarus. Jesus war bei ihnen zu Besuch.
Und was macht man, wenn Besuch kommt? Natürlich wird aufgeräumt, geputzt, Essen und Trinken vorbereitet – vielleicht gibt es sogar noch einen Kuchen.
Martha kümmerte sich genau darum. Sie war fleißig, sorgte für die Gäste und wollte alles richtig machen.
Maria dagegen setzte sich zu Jesus und hörte ihm zu. Für Martha war das zunächst ungerecht: Warum musste sie sich um alles kümmern, während Maria einfach bei Jesus sitzen blieb?
Doch Jesus machte deutlich, dass Maria in diesem Moment das „gute Teil“ gewählt hatte.
Sie hatte erkannt, was gerade wichtig war: Wenn Jesus erzählt, ist es wichtiger zuzuhören, als sich mit vielen anderen Dingen zu beschäftigen.
Damit wurde die Geschichte zu einer wichtigen Botschaft für unseren Alltag: Wir müssen erkennen, was eine Situation gerade von uns verlangt.
Wenn beispielsweise ein anderes Kind geärgert wird, ist es nicht der richtige Moment, einfach wegzuschauen. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, hinzugehen und zu helfen.
Auch beim Thema Umwelt lässt sich das leicht verstehen: Wir müssen nicht den ganzen Tag neben einem Mülleimer stehen. Aber wenn wir Müll haben, ist es wichtig, ihn richtig zu entsorgen. Zur richtigen Zeit das Richtige tun.
Zwei Minuten für Gott
Besonders anschaulich wurde die Botschaft durch kleine Sanduhren, die unter die Kirchenbänke für die Kinder geklebt waren. Zwei Minuten rieseln langsam durch die Sanduhr – und genau darum ging es.
Wie viel Zeit nehmen wir uns eigentlich für Gott?
Die Botschaft war dabei nicht: „Du musst dich den ganzen Tag mit Gott beschäftigen.“
Vielmehr ging es darum, bewusst einen Zeitpunkt zu finden. Vielleicht nur zwei Minuten am Tag. Zwei Minuten, um zu beten, über Gott nachzudenken oder einfach still zu werden.
Nach dem Lied „Asante Sana Jesu“ griff Priester Immanuel Laforce in seiner Co-Predigt den Gedanken der Zeiteinteilung auf.
Als frischgebackener Vater erlebt er Zeit noch einmal ganz neu und lernt, sie anders zu schätzen.
Schon in der Bibel im Buch der Prediger wird beschrieben: Alles hat seine Zeit – das Leben hat seine Zeit, und auch andere Dinge im Leben haben ihren jeweiligen Zeitpunkt.
Wir alle haben jeden Tag 24 Stunden zur Verfügung. Entscheidend ist, wie wir diese Zeit einteilen. Manchmal sagen wir: „Ich habe keine Zeit.“ Doch oft bedeutet das auch, dass wir unsere Zeit anders einteilen müssen.
Gerade bei aller Hektik des Alltags sollte die Zeit für Gott und für den Gottesdienst ihren festen Platz haben.
Dabei wurde auch deutlich: Zeit wird ganz unterschiedlich empfunden. Beim Spielen mit Freunden vergeht sie wie im Flug, während sich eine langweilige Situation manchmal wie eine Ewigkeit anfühlt.
Albert Einsteins berühmter Gedanke, dass Zeit relativ ist, passt deshalb auch zu unserem Alltag: Unser Empfinden von Zeit kann sich verändern.
Ein weiterer biblischer Blick auf das Thema Zeit führte zu König Hiskia. In einer schwierigen Situation betete er zu Gott und erlebte, dass Gott ihm zusätzliche Zeit schenkte.
Diese Geschichte macht deutlich: Gott steht über unserer Zeit und kann Dinge möglich machen, die wir selbst nicht erwarten.
Gott hat immer Zeit für uns
Eine wichtige Erkenntnis des Gottesdienstes war deshalb auch: Es gibt nicht nur ein einziges Zeitfenster, in dem wir uns an Gott wenden dürfen.
Wir müssen nicht denken: „Jetzt ist es 8 Uhr, jetzt muss ich beten.“ Wir können uns morgens, mittags, abends oder mitten im Alltag an Gott wenden. Gott hat immer Zeit für uns.
Beim anschließenden Abendmahl wurde diese Gemeinschaft mit Gott noch einmal besonders spürbar.
Zum Abschluss wurde die Botschaft der zwei Minuten wieder aufgenommen. Eine Sanduhr lief während des Abschlussgebets.
Zwei Minuten können kurz erscheinen – und doch können sie wertvoll sein. Denn ein Gebet muss nicht stundenlang dauern, damit Gott es hört.
So endete der Gottesdienst mit einer einfachen, aber wichtigen Botschaft für Groß und Klein: Wir haben jeden Tag viele Dinge zu tun. Entscheidend ist, dass wir erkennen, was gerade wichtig ist, und das Richtige zur richtigen Zeit tun.
Und egal, wie wenig Zeit wir gerade haben: Für ein kurzes Gebet ist immer Zeit – und Gott hat immer Zeit für uns.
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