Kann man eigentlich falsch beten? Mit dieser Frage startete der Gottesdienst mit Dienstleiter Hirte Markus Wiemann. Die Antwort der Kinder kam schnell: Nein! Denn Beten ist vor allem eines: mit Gott ins Gespräch zu kommen. Das passte perfekt zum Textwort aus Lukas 11,1: „Herr, lehre uns beten!“ Die Jünger hatten Jesus beim Beten beobachtet und wollten von ihm lernen, wie man eigentlich richtig betet.
Dabei wurde gleich zu Beginn eine ganz praktische Frage geklärt: Muss ein Gebet immer mit „Lieber Gott“ oder „Lieber Vater“ anfangen? Nein. Auch ein „Lieber Papa“ kann ein ganz persönlicher und vertrauter Anfang sein. Denn beim Beten kommt es nicht auf die perfekten Worte an, sondern darauf, dass wir ehrlich mit Gott sprechen.
Beten ist wie Atemholen für die Seele. So lautete ein Bild, das den Kindern mitgegeben wurde. Wer schwimmt oder taucht, muss rechtzeitig Luft holen. Genauso wichtig ist es, immer wieder „Atempausen“ mit Gott zu haben. Denn so wie unser Körper Sauerstoff braucht, braucht unsere Seele die Verbindung zu Gott.
Doch wann betet man eigentlich? Die Ideen: morgens beim Aufstehen, beim Frühstück, Mittag- oder Abendessen, abends als Dank für den vergangenen Tag oder wenn man das Haus verlässt und um Schutz bittet. Dabei wurde deutlich: Es gibt nicht den einen perfekten Zeitpunkt zum Beten. Gebetet werden kann eigentlich immer und überall.
Und auch die Themen sind ganz unterschiedlich. Die Kinder beten für andere Menschen, für Gesundheit, als Dank oder einfach für alles, was sie gerade beschäftigt. Denn im Gebet darf alles seinen Platz haben: Freude und Sorgen, Dank und Bitten, Traurigkeit und Hoffnung.
Ein Gebet kann mit dem Lob Gottes beginnen. Wir können Gott danken und ihn ehren. Wir können für Gesundheit, Hilfe und Menschen in unserem Leben dankbar sein. Und natürlich dürfen wir Gott auch um etwas bitten – um Hilfe bei einer Klassenarbeit, bei Krankheit, in traurigen Momenten oder wenn uns der Mut fehlt.
Genau das konnten die Kinder anschließend selbst ausprobieren. Bei einer kleinen Aktion schrieb jedes Kind auf einen Zettel, worum sie ganz besonders bitten oder wofür sie besonders dankbar sind.
Wie hat Jesus eigentlich gebetet?
Auch Jesus selbst nahm sich immer wieder Zeit für das Gebet. Er stand früh auf, suchte die Stille und zog sich zurück, um nicht abgelenkt zu sein. Er betete nicht für sich, sondern für andere Menschen. Und seine Jünger bemerkten, wie wichtig ihm das Gebet war. Deshalb baten sie ihn schließlich: „Herr, lehre uns beten!“
In der Co-Predigt von Michael Engemann wurde dieser Gedanke weitergeführt. Jesus erklärte seinen Jüngern, dass Beten keine möglichst komplizierte Angelegenheit sein muss. Es geht nicht darum, möglichst viele Worte zu machen oder besonders fromm zu klingen. Vielmehr darf man mit Gott so ehrlich sprechen, wie mit einem guten Freund.
Jesus gab den Jüngern dafür das Vaterunser mit auf den Weg.
Auch das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner machte deutlich, worauf es beim Beten ankommt. Während der Pharisäer vor allem darauf schaute, wie gut er selbst dastand, kam der Zöllner mit wenigen, einfachen Worten zu Gott und bat um Gnade. Nicht die Länge oder die schönen Formulierungen machten sein Gebet wertvoll, sondern seine ehrliche Haltung.
Zum Beten gehört deshalb auch, Gott um Vergebung zu bitten – und darum, selbst vergeben zu können. Ebenso wichtig ist der Dank. Vieles erscheint uns im Alltag selbstverständlich. Erst wenn etwas fehlt, merken wir oft, wie wertvoll es eigentlich ist. Der Gottesdienst erinnerte deshalb daran, auch für die kleinen und normalen Dinge des Lebens dankbar zu sein. Ganz besonders gilt das für die Vergebung der Sünden und Gottes Liebe zu uns.
Und wenn Gott unsere Bitte nicht erfüllt?
Auch diese Frage wurde ehrlich angesprochen. Gott ist schließlich keine Wundermaschine, bei der jeder Wunsch automatisch in Erfüllung geht. Gott sieht unsere Wünsche und Sorgen, aber er weiß auch, was für uns gut ist. Manchmal wird eine Bitte erfüllt, manchmal anders als erwartet und manchmal vielleicht auch nicht.
Das bedeutet aber nicht, dass wir mit dem Beten aufhören sollten. Wir dürfen weiterbeten und Gott vertrauen. Er kennt uns, sieht uns und weiß, wann etwas für uns richtig ist.
Wie man betet, kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: mit gefalteten Händen und geschlossenen Augen, im Knien, laut oder leise. Aber auch mit offenen Augen – zum Beispiel während einer Autofahrt – kann man beten.
Dazu passt Jesu Hinweis aus Matthäus 6,6: Man soll sich zum Beten auch einmal zurückziehen, „in sein Kämmerlein“ gehen und dort ganz persönlich mit Gott sprechen. Denn Gebet braucht keine große Bühne. Es darf ganz persönlich sein.
Zum Ende des Gottesdienstes wurden die Gebetsanliegen der Kinder aus der gemeinsamen Aktion noch einmal aufgegriffen und Teil des Schlussgebets. So wurde aus dem Thema „Beten“ etwas ganz Persönliches.
Und natürlich durfte auch das gemeinsame „Happy Birthday“ nicht fehlen. Alle Kinder, die seit den Sommerferien Geburtstag hatten, wurden herzlich gefeiert.
Danach hieß es diesmal nicht Unterricht, sondern: Würstchen, Waffeln, Spiele und Zeit zum Reden. Bei gemütlichem Beisammensein klang der Gottesdienst aus.
Was von diesem Vormittag bleibt? Vielleicht ganz einfach dieser Gedanke: Beten muss nicht kompliziert sein. Es bedeutet, mit Gott im Gespräch zu bleiben – jederzeit, überall und mit den Worten, die gerade passen.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
