Mit dieser Einladung endete der Chorvortrag „Die Himmel rühmen“ am Sonntag, 2. März 2025, kurz vor Beginn des Gottesdienstes für Entschlafene, den Apostel Thorsten Zisowski in der Gemeinde Bottrop-Mitte feierte.
Den dort versammelten Bottroper Gemeinden predigte der Apostel mit einem Bibelwort aus Johannes 10,27-29: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen.“
Eingangs nahm der Apostel auf das Chorlied „Jerusalem im ew’gen Licht“ Bezug. Dies beschreibe Weg und Ziel. Doch gelte es nicht nur, Teil einer Reisegruppe zu sein, sondern mit der Gnade Gottes auch anzukommen, um ewig im Reich Gottes wohnen zu können.
Bist Du ein Schaf?
Diese möglicherweise etwas befremdliche Frage stellte der Apostel in den Raum, resultierend aus dem Gemeindeeingangslied „Weil ich Jesu Schäflein bin“. Dieses ist zwar eigentlich ein Kinderlied, passte aber wiederum gut zum Bibelwort. Viele mögen zögern, die Frage mit Ja zu beantworten, erscheinen doch negative Eigenschaften eines Schafes vordergründig: Es hat keinen eigenen Willen, keine eigene Meinung, es trottet nur hinterher…
Doch kann ein Schaf Vertrauen entwickeln, es kann nachfolgen. Jesus Christus stellt hier ein Gleichnis vor, eine Bildrede, in dessen Kontext er sich als den guten Hirten benennt. Es sei richtig, Christus zu vertrauen, ihm zu folgen! In diesem Sinne betrachtet wolle er ein Schaf sein, so der Apostel.
Gottes Stimme verstummt nicht!
Die ersten Menschen im Paradies hörten zwar die Stimme Gottes, folgten ihr aber nicht. Das führte zur Trennung von Gott und den Menschen. Gott schwieg aber nicht, er verhieß einen Erlöser. Mit Jesu Christi Lehrtätigkeit auf Erden, etwa drei Jahre lang, war Gottes Stimme wieder unmittelbar hörbar.
Bevor Christus gen Himmel fuhr, verhieß er den Heiligen Geist als einen Tröster und beauftragte seine Jünger, als Apostel stellvertretend für ihn zu wirken. Das geschieht auch heute noch. Gott wurde nicht stumm. Als der Gottessohn zwischen Kreuzigung und Auferstehung die Welt des Geistes besuchte (1. Petrus 3,19), wurde auch dort die Stimme Gottes hörbar. Es sei etwas geschehen, das Hoffnung geben könne!
Gott ruft jede Seele!
Ob in der Welt des Diesseits oder des Jenseits, oder hernach im Tausendjährigen Friedensreich (Offenbarung 20,1-6), Gott wolle und werde jedem Menschen ein Heilsangebot unterbreiten. Lediglich der Zeitpunkt sei unterschiedlich, erklärte Apostel Zisowski.
Manche würden folgen, andere ablehnen. Wieder andere lehnten Teile des göttlichen Heilswillens mit Verweis auf ihren persönlichen Weg zu Gott ab, sie bedürften keiner Kirche. Doch Christus habe gesagt, er sei der Weg! Es gelte, eben diesen Weg zu gehen.
Niemand wird sie aus meiner Hand reißen!
Diese Zusage Jesu aus dem Bild der Schafe mit ihren Hirten glich der Apostel mit dem Ruf des Petrus ab, wo Jesus sagt, dass die Gemeinde auf Petrus gegründet sei und die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen würde (Matthäus 16,18). Wer sich vertrauensvoll in die Hand Gottes begebe, den werde nichts und niemand dort wieder hinausziehen können.
Du bist mein! Dieser Ruf Gottes demonstriere Größe, daran gemessen werde Irdisches unbedeutend.
"Ein Morgen voller Geborgenheit"
So beschrieb Bezirksevangelist Thomas Cittrich in einer Predigtzugabe sein Empfinden in diesem Gottesdienst, gestützt auf eine Beobachtung der Übersetzung für die Hörgeschädigten. Die Geste für Geborgenheit ahmt eine Mutter, die ihr Kind wiegt, nach.
Des Weiteren nahm der Geistliche Bezug auf zwei Blumenkränze, die an der Empore hingen. Jeder ein für sich geschlossener Kreis, könnten sie auch für Diesseits und Jenseits stehen. Doch wenn sich die Ringe überschneiden würden, stünde dies für Unendlichkeit.
Drei Höhepunkte des Gottesdienstes
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls spendete Apostel Zisowski einem Baby mit dem Sakrament der Heiligen Versiegelung die Gabe Heiligen Geistes. Den Eltern nahm der Apostel das Versprechen ab, ihr Kind der Braut Christi zuzuführen. Mit seiner Konfirmation werde das Kind sich selbst Christus versprechen.
Zur Vorbereitung der Abendmahlsfeier mahnte der Apostel Vergebungsbereitschaft an. Unsere an vielleicht hasserfüllte Seelen in der jenseitigen Welt gerichteten Gebete, doch zu vergeben, um dann Gottes Gnade teilhaftig zu werden, wären sonst wohl nicht glaubwürdig und wirkungsvoll.
Im Anschluss an die Abendmahlsfeier sprach der Apostel ein besonderes Gebet für unerlöste Seelen in der jenseitigen Welt – eine starke Fürbitte um göttliche Heilszuwendung.
Der Gottesdienst endete mit einer Vertonung des irischen Segens, vorgetragen von Gemeindechor, Gebärdenchor und Klavier.
Schließlich wurde noch, wie in Bottrop-Mitte an jedem ersten Sonntag im Monat üblich, gemeinsam ein „Happy Birthday“ für alle gesungen, die in den letzten Wochen Geburtstag hatten. Dann gab es im Gemeindecafé Möglichkeiten, bei Leckereien noch Gemeinschaft zu pflegen und sich auszutauschen.
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