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„Der Friede Jesus ist in uns“ -
Bischof Jens Eberle profaniert
eine Kirche in Duisburg

 

Bischof Jens Eberle leitete am Mittwoch, 23. September 2026, den letzten Gottesdienst der Gemeinde Duisburg-Zentrum in ihrem vorübergehenden Standort auf der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim. Das Gebäude wurde dauerhaft geschlossen und profaniert. Die Gottesdienste der Gemeinde finden ab sofort in der modernisierten Kirche auf der Tiergartenstraße im Duisburger-Dellviertel statt - 6 Kilometer vom bisherigen Standort entfernt. Priester Jörg Rauh wurde zudem in den Ruhestand verabschiedet.

Mit den Augen der Liebe und des Friedens sehen

Zwei Tage nach dem Weltfriendenstag nutzte Bischof Eberle die Bibelstelle aus Kolosser 3, 15: „Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar“, um der Gemeinde zuzurufen, wie wichtig der Friede in Christus sei.
Dieser Friede solle in den Herzen regieren und unsere Entscheidungen bestimmen. „Wir sind zum Frieden berufen.
Jesus ist auf die Erde gekommen, um Frieden zu bringen“, sagte der Bischof. „Statt Streit und Konflikte zu schüren, wollen wir aus dem Frieden heraus entscheiden“.

Er empfahl den mehr als 160 Gottesdienstteilnehmern, den anderen mit den Augen Jesu zu sehen - mit den Augen der Liebe und des Friedens. „Lasst uns eins werden, weil wir Jesus lieben“.

Der Dienstleiter erinnerte an das berühmte prophetische Bild vom Wolf und dem Lamm. Diese Textstelle aus dem Buch Jesaja beschreibe eine Vision vom kommenden Friedensreich Gottes, in dem alle natürlichen Feindschaften aufhören.
„Ein solches friedliche Nebeneinander und Miteinander ist aber auch jetzt schon das Ziel für unsere Gemeinden.“

Letzte Co-Predigt von Priester Jörg Rauh

In seiner Co-Predigt unterstrich Priester Jörg Rauh, dass Frieden das Wichtigste und Kostbarste ist, was wir Menschen besitzen können.
„Frieden ist wichtiger als zum Beispiel Geld, Autos und Häuser. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg. Es geht darum, Frieden mit Gott und den Menschen zu haben. 
Jesus gibt uns seinen Frieden - dieser ist mehr wert als der menschliche Friede“, sagte der Priester, „Der Friede des Auferstanden ist mit uns.“

Ziel nicht vergessen, Weg nicht verlassen, Mut nicht verlieren

Mit Blick auf die Profanierung des Gebäudes auf der Steinbrinkstraße unterstrich Bischof Eberle, dass der Wunsch in Erfüllung gegangen sei, den Bezirksapostel Emil Schiwy bei der Einweihung der Kirche im Juli 1975 ausgesprochen hatte. Diese Kirche möge eine „Zufluchtsstätte des Heiligen Geistes“ werden, hatte der Bezirksapostel damals gesagt.

„Lasst uns jetzt gemeinsam auf das Zukünftige schauen“, bat der Bischof. „Wir sind unterschiedlich, aber wir haben eines gemeinsam: Wir lieben Jesus Christus.“
Wichtig sei es, als Gemeinde gemeinsam zum Ziel unseres Glaubens zu gehen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Bischof an einen afrikanischen Sinnspruch: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen.”

Bischof Eberle wünschte der - vor fast zwei Jahren gegründeten - Gemeinde Duisburg-Zentrum das, was Stammapostel Wilhelm Leber einmal gesagt hat: „Das Ziel nicht vergessen, den Weg nicht verlassen, den Mut nicht verlieren“.

Ruhesetzung und Profanierung

Nach 40 Jahren Amtstätigkeit als Seelsorger in mehreren Duisburger Gemeinden und in Ratingen (Bezirk Düsseldorf) wurde Priester Jörg Rauh aus Altersgründen in den Ruhestand verabschiedet.
Bischof Eberle bezeichnete Priester Rauh dabei als „Goldstück“.

Vor dem Schlusssegen vollzog Bischof Eberle die offizielle Entwidmung des Gebäudes auf der Steinbrinkstraße. Dieses wurde profaniert, also aus der gottesdienstlichen Nutzung entlassen.

Ab dem 27. September 2026 nimmt die Gemeinde Duisburg-Zentrum ihr Kirchengebäude auf der Tiergartenstraße 55 im Dellviertel wieder in Betrieb.
Dieses Gebäude wurde fast zwei Jahre lang modernisiert und barrierefrei umgebaut. Zur offiziellen Wiedereröffnung findet ein Festgottesdienst mit Apostel Thorsten Zisowski am Sonntag, 11. Oktober 2026 statt.

23. September 2026
Text: Volker Petendorf
Fotos: Jochen Meybohm

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